Suchstrategien: Tipps für eine Internet-Recherche

Aktualisiert und erweitert am 8. September 2010

Wie Sie gezielt die Möglichkeiten des Internet für Ihre Recherche nutzen:

  • Für den Themeneinstieg in Katalogen recherchieren

Die Suchkataloge Yahoo® und Open Directory Project (ODP) eignen sich hervorragend dazu, zu einem Themenbereich einen ersten Einstieg zu bekommen. Suchkataloge sind redaktionell bearbeitete Linksammlungen von hoher Qualität. Im Gegensatz zu Suchmaschinen finden Sie hier nur ausgewählte Websites.

  • Mehrere Suchmaschinen benutzen

Zur Zeit schwört alle Welt auf die großen Suchmaschinen. Eine solche Suchmaschine bietet hochwertige Ergebnisse, hat jedoch Grenzen:
Dokumente, die nicht hinsichtlich der Verlinkung gewisse Kriterien erfüllen, werden dort nicht gelistet.

  • Meta-Suchmaschine benutzen

Um einen ersten Überblick zu erhalten, eignen sich Meta-Suchmaschinen. Diese Maschinen haben keinen eigenen Datenbestand. Sie fragen Suchmaschinen ab und fügen die Ergebnisse zusammen. Die zur Zeit besten Meta-Suchmaschinen sind für den deutschsprachigen Raum MetaGer und MetaCrawler.

  • Stop-Wörter beachten

Suchanfragen mit häufig vorkommenden Worten sollten in Anführungszeichen gesetzt werden.
Beispiel: „Hunde im www“. Die Anfrage ohne Anführungszeichen würde die Suchworte „in“ und „www“ ignorieren und deshalb andere Ergebnisse auswerfen.

 

  • Boolsche Operatoren richtig verwenden

Wenn eine Suchanfrage viele Treffer bringt, müssen diese mit einer zweiten Suchanfrage eingegrenzt werden. Dazu kann man in den meisten Suchmaschinen die boolschen Operatoren verwenden. Die Operatoren AND, OR, NEAR, NOT (AND NOT) sowie die Zeichen „+“ und „-“ werden von den einzelnen Suchmaschinen verschieden verwendet. Hier ist es bei unbefriedigenden Ergebnissen erforderlich, die jeweilige Hilfe auf der Website aufzurufen oder mit der “erweiternten Suche” vorzugehen.

 

  • Suchanfragen präzise stellen

Eine Suchanfrage, die sehr viele Treffer bringt, ist möglicherweise zu allgemein gehalten. Hier sollte man mit Synonymen und präziseren Begriffen spezieller suchen.

 

  • Suchanfragen allgemeiner stellen

Wenn eine Suchanfrage keine oder nur irrelevante Treffer bringt, kann das daran liegen, dass der Begriff zu speziell ist. Hier ist es sinnvoll, zunächst nach Oberbegriffen zu suchen.

  • Groß- und Kleinschreibung beachten

Manche Suchmaschinen unterscheiden zwischen Groß- und Kleinschreibung. Die größere Ergebnismenge findet man, wenn man die Suchanfragen in Kleinbuchstaben formuliert. Typische Abkürzungen sollten jedoch in Großbuchstaben gefragt werden.

 

  • Fachbegriffe benutzen

Um aussagekräftige Dokumente zu finden, muss man manchmal das „Fachchinesisch“ der betreffenden Branche etwas kennen. Hier hilft es, wenn man zunächst einzelne gefundene Artikel ganz liest, um entsprechende Begriffe besser zu identifizieren, bevor man mit ein paar Fachbegriffen erneut auf die Jagd nach Informationen geht.

  • Thematisch verwandte Seiten finden

Die Suchmaschinen bieten die Suche nach ähnlichen, bzw. thematisch verwandten Seiten an.
Ein Beispiel: Um Anbieter zu finden, die ähnlich wie die (sehr empfehlenswerte) Suchfibel platziert sind, muss die Abfrage etwa folgendermaßen lauten: „related:http://www.suchfibel.de/“

  • Zuerst Domainnamen ausprobieren

Wenn man nach bestimmten Produkten oder Firmen sucht, empfiehlt es sich, zunächst keine Suchmaschine zu benutzen sondern durch Eingabe eines sinnvollen Domainnamens in die Adresszeile des Internetbrowsers auf die Informationssuche zu gehen.
Beispiel: Landsend™ findet man unter www.landsend.de, BMW unter www.bmw.de.

  • Fremdsprachige Dokumente suchen

Gerade bei aktuellen und internetlastigen Themen hat man im englischen Sprachraum oft eine größere Auswahl an relevanten Artikeln als im deutschen Sprachraum.

  • Zeitungsarchive und Magazinarchive online nutzen

Die Archive von Zeitungen und Magazinen sind oft aus technischen Gründen für Suchmaschinen nicht direkt zugänglich. Viele Zeitungen und Magazine bieten die kostenlose Archivrecherche an.

  • Kostenpflichtige Datenbanken mit einbeziehen

Wenn die öffentlich zugänglichen Informationen nicht ausreichen, um das Thema gut zu fassen, empfiehlt sich die Recherche in kostenpflichtigen Datenbanken.
Tipp: GENIOS® Wirtschaftsdatenbanken: unter http://www.genios.de/.

  • Universitätsbibliotheken und Archive mit einbeziehen

Die meisten Universitäten haben online zugängliche Bibliotheken, die bei einer Themenrecherche gute Unterstützung leisten können. Archive wie die deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften bieten eine sehr effiziente Möglichkeit, mehr über Firmen und Branchen zu erfahren.

  • Suche in Newsgroups

Newsgroups enthalten eine Fülle von Informationen, die oftmals aber von geringer Qualität sind.

  • Themenforen suchen

In thematischen Foren finden sich viele Anhaltspunkte für eine gezielte Recherche. Foren haben Community-Charakter. Hier trifft man auf „Freaks und Fans“. Foren.net ist ein Foren-Portal, in dem Sie nach speziellen Foren suchen können.

  • Mailinglisten und Mailinglistenarchive

In Mailinglisten geht es oftmals geordneter zu als in Newsgroups oder Foren. Wenn ein Thema von dauerhaftem Interesse ist, kann man Mailinglisten abonnieren und aktiv mit diskutieren. Malinglistenarchive, die oft ohne Anmeldung zugänglich sind, bieten gute Informationen. Große Listenbetreiber-Dienstleister für kostenlose Mailinglisten sind Yahoo!® Groups und KBX 8.
Eine Mailinglisten-Website der öffentlichen Mailinglisten findet sich bei faqs.org.

  • Portale und Linksammlungen

Thematische Portale sind ein idealer Ausgangspunkt für speziellere Recherchen. Hier finden sich manchmal gut gepflegte Linklisten. Leider ist längst nicht jedes selbst ernannte „Portal“ einen genaueren Blick wert. Eine gut sortierte Journalisten-Ressource findet sich unter http://www.journalistenlinks.de/. Interessante Linklisten mit internationalem Schwerpunkt finden sich bei JoeAnt.

  • Newsletters abonnieren

Gute Newsletters bieten in der Regel Inhalte von bleibendem Wert. Wenn es zu einem interessanten Thema einen Newsletter gibt, ist dieser eine gute Quelle für Hintergrundberichte.
Newsletter-Websites sind u. a.: Newsletterverzeichnis und das zentrale Archiv deutschsprachiger Newsletter.

  • Eine eigene Linksammlung aufbauen

Die eigenen Lesezeichen (Firefox), bzw. Favoriten (Internet-Explorer) sollten beständig zu einer Linksammlung ausgebaut werden. Die Browser bieten dazu leider nur eingeschränkt komfortable Lösungen. Mit Mister Wong besteht die gute Möglichkeit, online eine eigene Linksammlung zu pflegen und mit anderen zu teilen.

  • News-Metasuche

Über Newsportale, die wiederum leicht im Internet zu finden sind, lassen sich aktuelle Meldungen schnell und bequem finden.

Informationen über ehemalige Inhalte auf einer Website findet man über das Wayback-Archiv

  • Öffentliche Ressourcen nutzen

Daten des Statistischen Budesamtes, des Deutschen Bundestages, der EU, der Weltbank oder aus dem World Factbook der CIA sowie Wikipedia runden die Informationen aus anderen Quellen ab.

  • Social Networks

Soziale Netzwerke sind auf der Überholspur und sind im Begriff, viele der vorgenannten Informationsquellen abzulösen. Es kann sich lohnen, insbesondere bei Facebook und Twitter zu recherchieren. Auf beiden Social Media Websites erhalten Sie als angemeldeter Nutzer in der Regel bessere Informationen als ohne Anmeldung.

  • Blogs

Blogs sind häufig dann eine gute Informationsquelle, wenn sie Spezialthemen behandeln. Es ist hier insgesamt eine höhere Aufmerksamkeit erforderlich. Blogsuchmaschinen: Technorati (international) und das deutsche Blogverzeichnis.

  • Vertrauen Sie nicht den Namenlosen!

Eine seriöse Website läßt sich immer auf eine verantwortliche (natürliche oder juristische) Person zurückführen. Artikel, deren Urheber nicht auszumachen sind, sind nichts wert. Möglicherweise handelt es sich sogar um bewusste Falschmeldungen.
Schlussbemerkung 1:
Der journalistische Grundsatz, dass nichts veröffentlicht werden sollte, was nicht aus mindestens zwei unabhängigen Quellen bestätigt werden kann, ist einigen Sitebetreibern nicht geläufig …
Man ist gut beraten, gefundene Informationen einer kritischen Prüfung zu unterziehen.

Schlussbemerkung 2:
Aus Gründen des Markenrechts sind Marken nicht genannt, deren Inhaber dies nicht ohne vorherige schriftliche Genehmigung zulassen.