Suchstrategien: Tipps für eine Internet-Recherche
Wie Sie gezielt die Möglichkeiten des Internet für Ihre Recherche
nutzen:
- Für den Themeneinstieg in Katalogen recherchieren
Die Suchkataloge Yahoo® und Open Directory Project (ODP) eignen sich hervorragend dazu,
zu einem Themenbereich einen ersten Einstieg zu bekommen. Suchkataloge
sind redaktionell bearbeitete Linksammlungen von hoher Qualität. Im
Gegensatz zu Suchmaschinen finden Sie hier nur ausgewählte Websites.
- Mehrere Suchmaschinen benutzen
Zur Zeit schwört alle Welt auf Google™.
Google™ bietet hochwertige Ergebnisse, hat jedoch Grenzen:
Dokumente, die nicht hinsichtlich der Verlinkung gewisse Kriterien
erfüllen, werden dort nicht gelistet.
- Meta-Suchmaschine benutzen
Um einen ersten Überblick zu erhalten, eignen sich Meta-Suchmaschinen.
Diese Maschinen haben keinen eigenen Datenbestand. Sie fragen
Suchmaschinen ab und fügen die Ergebnisse zusammen. Die zur Zeit besten
Meta-Suchmaschinen sind für den deutschsprachigen Raum MetaGer
und international Profusion
sowie Vivisimo.
- Stop-Wörter beachten
Suchanfragen mit häufig vorkommenden Worten sollten in Anführungszeichen
gesetzt werden.
Beispiel: „Hunde im www“. Die Anfrage ohne Anführungszeichen würde die
Suchworte „in“ und „www“ ignorieren und deshalb andere Ergebnisse
auswerfen.
- Boolsche Operatoren richtig verwenden
Wenn eine Suchanfrage viele Treffer bringt, müssen diese mit einer
zweiten Suchanfrage eingegrenzt werden. Dazu kann man in den meisten
Suchmaschinen die boolschen Operatoren verwenden. Die Operatoren AND,
OR, NEAR, NOT (AND NOT) sowie die Zeichen „+“ und „-“ werden von den
einzelnen Suchmaschinen verschieden verwendet. Hier ist es bei
unbefriedigenden Ergebnissen erforderlich, die jeweilige Hilfe auf der
Website aufzurufen oder mit der "erweiternten Suche" (Google™) bzw.
„Profisuche“ (Fireball) vorzugehen.
- Suchanfragen präzise stellen
Eine Suchanfrage, die sehr viele Treffer bringt, ist möglicherweise zu
allgemein gehalten. Hier sollte man mit Synonymen und präziseren
Begriffen spezieller suchen.
- Suchanfragen allgemeiner stellen
Wenn eine Suchanfrage keine oder nur irrelevante Treffer bringt, kann
das daran liegen, dass der Begriff zu speziell ist. Hier ist es
sinnvoll, zunächst nach Oberbegriffen zu suchen.
- Groß- und Kleinschreibung beachten
Manche Suchmaschinen unterscheiden zwischen Groß- und Kleinschreibung.
Die größere Ergebnismenge findet man, wenn man die Suchanfragen in
Kleinbuchstaben formuliert. Typische Abkürzungen sollten jedoch in
Großbuchstaben gefragt werden.
- Fachbegriffe benutzen
Um aussagekräftige Dokumente zu finden, muss man manchmal das
„Fachchinesisch“ der betreffenden Branche etwas kennen. Hier hilft es,
wenn man zunächst einzelne gefundene Artikel ganz liest, um
entsprechende Begriffe besser zu identifizieren, bevor man mit ein paar
Fachbegriffen erneut auf die Jagd nach Informationen geht.
- Thematisch verwandte Seiten finden
Die Suchmaschine Google™ (andere ebenso) bietet die Suche nach
ähnlichen, bzw. thematisch verwandten Seiten an.
Ein Beispiel: Um Anbieter zu finden, die ähnlich wie die (sehr
empfehlenswerte) Suchfibel
platziert sind, muss die Abfrage bei Google™ folgendermaßen lauten:
„related:http://www.suchfibel.de/“
- Zuerst Domainnamen ausprobieren
Wenn man nach bestimmten Produkten oder Firmen sucht, empfiehlt es sich,
zunächst keine Suchmaschine zu benutzen sondern durch Eingabe eins
sinnvollen Domainnamens in die Adresszeile des Internetbrowsers auf die
Informationssuche zu gehen.
Beispiel: Landsend™ findet man unter www.landsend.de, BMW unter
www.bmw.de.
- Fremdsprachige Dokumente suchen
Gerade bei aktuellen und internetlastigen Themen hat man im englischen
Sprachraum oft eine größerer Auswahl an relevanten Artikeln als im
deutschen Sprachraum.
- Zeitungsarchive und Magazinarchive online nutzen
Die Archive von Zeitungen und Magazinen sind oft aus technischen Gründen
für Suchmaschinen nicht direkt zugänglich. Viele Zeitungen und Magazine
bieten die kostenlose Archivrecherche an.
- Kostenpflichtige Datenbanken mit einbeziehen
Wenn die öffentlich zugänglichen Informationen nicht ausreichen, um das
Thema gut zu fassen, empfiehlt sich die Recherche in kostenpflichtigen
Datenbanken.
Tipp: GENIOS® Wirtschaftsdatenbanken: unter http://www.genios.de/.
- Universitätsbibliotheken und Archive mit einbeziehen
Die meisten Universitäten haben online zugängliche Bibliotheken, die bei
einer Themenrecherche gute Unterstützung leisten können. Archive wie
das Hamburgische
Weltwirtschaftsarchiv bieten eine sehr effiziente Möglichkeit, mehr
über Firmen und Branchen zu erfahren.
- Suche in Newsgroups
Newsgroups enthalten eine Fülle von Informationen, die oftmals aber von
geringer Qualität sind. Wertvolle Links oder Stichworte finden sich mit Google™-Groups (ehemals Deja-News). Hier lassen
sich viele Newsgroups nach Schlagworten durchsuchen.
- Themenforen suchen
In thematischen Foren finden sich viele Anhaltspunkte für eine gezielte
Recherche. Foren haben Community-Charakter. Hier trifft man auf „Freaks
und Fans“. Parsimony ist ein Foren-Portal.
- Mailinglisten und Mailinglistenarchive
In Mailinglisten geht es oftmals geordneter zu als in Newsgroups oder
Foren. Wenn ein Thema von dauerhaftem Interesse ist, kann man
Mailinglisten abonnieren und aktiv mit diskutieren. Malinglistenarchive,
die oft ohne Anmeldung zugänglich sind, bieten gute Informationen.
Große Listenbetreiber-Dienstleister für kostenlose Mailinglisten sind Yahoo!® Groups und KBX 8.
Eine Mailinglisten-Website der öffentlichen Mailinglisten findet sich
bei faqs.org.
- Portale und Linksammlungen
Thematische Portale sind ein idealer Ausgangspunkt für speziellere
Recherchen. Hier finden sich manchmal gut gepflegte Linklisten. Leider
ist längst nicht jedes selbst ernannte „Portal“ einen genaueren Blick
wert. Eine gut sortierte Journalisten-Ressource findet sich unter http://www.powerreporting.com/. Interessante
Linklisten mit internationalem Schwerpunkt finden sich unter Information Today Super
Searchers und im International
Business Information Directory
- Newsletters abonnieren
Gute Newsletters bieten in der Regel Inhalte von bleibendem Wert. Wenn
es zu einem interessanten Thema einen Newsletter gibt, ist dieser eine
gute Quelle für Hintergrundberichte.
Newsletter-Websites sind u. a.: Frido und Viewdata
- Eine eigene Linksammlung aufbauen
Die eigenen Bookmarks (Netscape), bzw. Favoriten (Internet-Explorer)
sollten beständig zu einer Linksammlung ausgebaut werden. Die Browser
bieten dazu leider nur eingeschränkt komfortable Lösungen. Das
Freeware-Tool „Cociter“ ist für nichtkommerzielle Nutzung eine bessere
Alternative.
- News-Metasuche
Über Newsportale lassen sich aktuelle Meldungen schnell und bequem
finden.
Einige Newsportale: Google-News™, Yahoo®
Schlagzeilen
- Zeitreise mit dem Wayback-Archiv
Informationen über ehemalige Inhalte auf einer Website findet man über
das Wayback-Archiv
- Öffentliche Ressourcen nutzen
Daten des Statistischen Budesamtes, des Deutschen Bundestages, der EU,
der Weltbank oder aus dem World Factbook der CIA runden die Informationen aus
anderen Quellen ab.
- Vertrauen Sie nicht den Namenlosen!
Eine seriöse Website läßt sich immer auf eine verantwortliche
(natürliche oder juristische) Person zurückführen. Artikel, deren
Urheber nicht auszumachen sind, sind nichts wert. Möglicherweise handelt
es sich sogar um bewusste Falschmeldungen.
Schlussbemerkung:
Der journalistische Grundsatz, dass nichts veröffentlicht werden sollte,
was nicht aus mindestens zwei unabhängigen Quellen bestätigt werden
kann, ist einigen Sitebetreibern nicht geläufig ...
Man ist gut beraten, gefundene Informationen einer kritischen Prüfung zu
unterziehen.